Ein schlaues Geschäftsmodell
Abgeschlossenes Projektgebiet Merhabete (1992 - 2009)
Talent und Fleiß reichen in Äthiopien häufig nicht aus, um es zu etwas zu bringen. Es fehlt den Menschen schlicht an einer finanziellen Starthilfe. Auch für Bizuwork Gulilat brachten erst die von Menschen für Menschen initiierten Kleinkredite das Entkommen aus der Armut.
Ein beachtlicher Aufstieg
„So ging das bis vor sieben Jahren“, erzählt die 49-Jährige in ihrer Schenke in der Kleinstadt Alem Katema. „Zum Glück ist das vorbei.“ Heute flimmert im Gastraum ein Fernsehgerät, vor dem Haus hat Bizuwork den seltenen Komfort eines eigenen Wasseranschlusses, und im Haus gibt es sogar ein Telefon.
Der beachtliche Aufstieg ist ihrem Fleiß geschuldet und einer finanziellen Starthilfe. Überall in den Projektgebieten organisiert die Äthiopienhilfe Frauengruppen und stattet sie mit einem Grundkapital aus. Dieses wird als Kleinkredit an die Gruppenmitglieder ausgegeben. In einer dieser Gruppen erhielt Bizuwork einen Kredit über umgerechnet 60 Euro. Damit kaufte sie neben neuen Rohstoffen für Bier und Arake, dem lokalen Branntwein, auch zwei Schafe: ein schlaues Geschäftsmodell. Endlich war sie den Wucherern entkommen und die Maische aus der Getränkeproduktion war nun kein Abfall mehr, sondern wertvolles Tierfutter.
Die Milch macht´s
Mit diesen Erlösen zahlte die Geschäftsfrau den Kredit zurück und leistete sich Verbesserungen am Haus. „Ja, ich bin stolz. Aber viel, viel wichtiger als TV und Telefon ist, dass ich durch meinen Geschäftserfolg meinen Kindern nun den Schul- und sogar den Universitätsbesuch ermöglichen kann“, freut sich Bizuwork. „Sie bekommen einen guten Start ins Leben“