Mein Nachbar, der Modellfarmer
Nur ab und zu bleibt vom Mais und den Nigersamen etwas übrig. Damit verdient er umgerechnet etwa 150 Euro im Jahr. Braucht eines seiner Kinder Medikamente oder ist die Ernte durch Dürre oder zu starken Regen bedroht, wird das zur Katastrophe. “Dann kann ich nur noch beten.”
Hoffnung in schweren Zeiten
Wie Motuma teilen sich auch seine zwei Söhne, seine Mutter und Schwester die zweite Hütte auf dem Grundstück mit Tieren. Neben der dünnen Matratze der Kinder ist ein Kalb festgebunden, das Motuma kurz nach der Geburt von seiner Mutter trennte. Erst wenn seine Frau bei der Kuh genug Milch für die Familie gemolken hat, lässt er das Kalb beim Muttertier trinken.
Modellfarmer:innen unterstützen
Der 46-jährige Lelisa hat neben Sorghum, Mais und Teff auch Kaffeesetzlinge gepflanzt, die ihm Mitarbeitende von Menschen für Menschen gaben. Bevor sie sich rentieren, muss er sich allerdings noch etwas gedulden. Viele sind noch nicht reif. Das gilt auch für die Avocado- und Papayabäume. Da er aber auf den Rat der Landwirtschaftsfachkräfte die neuen Setzlinge nur auf einem Teil seines Feldes anbaute und zudem Gemüse pflanzte, muss er keine Ernteausfälle befürchten und kann mit Rote Bete, Kohl, Karotten und Tomaten den Speiseplan der Familie bereichern.
Training in Tierhaltung
Die Stiftung Menschen für Menschen ermöglichte ihm außerdem, Elefantengras zu pflanzen, das er zusätzlich zu einer speziellen Tiernahrung seinem Vieh zum Fressen gibt. Die erste Ladung des Futters aus Ernteabfällen und nährstoffreichen Zusätzen bekam er noch umsonst. Heute kauft er es vom “Grünen Innovationszentrum”, das Menschen für Menschen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) 2016 in Dano ins Leben rief.
In Bildung investieren
Vom Erfolg überzeugt
Sein Erfolg hat viele Menschen seines Dorfes überzeugt. Sie besuchen ihn, lernen von seinen Erfahrungen. Auch Motuma war schon bei ihm. “Manchmal denke ich, wie viel besser es mir gehen würde, wenn ich damals die Hilfe der Organisation angenommen hätte. Dann werde ich richtig sauer auf mich.”
Inzwischen hat er Menschen für Menschen um Hilfe beim Anbau von Kaffee, Soja, Gemüse und Obst gebeten. Auch in effektive Hühnerzucht will er investieren. “Wenn ich mich und meine Familie gut versorgen kann, möchte ich anderen helfen, denen es schlechter geht.” Dann wird aus dem Nachahmer ein weiteres Vorbild.