Neues Leben am Berg Kundudo
Abgeschlossenes Projektgebiet Kundudo (2012 - 2017)
Früher wurden im Wald Rehe gejagt
Holzbedarf führt zu Kahlschlag
Fünf Jahre später hat das Projekt bereits sichtbare Spuren hinterlassen. Breite Bergrücken sind von Erd- und Steinwällen überzogen, die herabstürzende Wassermassen bremsen und zugleich horizontale Flächen schaffen, auf denen Setzlinge gut gedeihen können. 500 Kilometer dieser Geländestufen sind insgesamt in der Region geplant. Weitere 400 Terrassenkilometer werden auf den flacheren Hängen errichtet und bieten Raum für den Feldfruchtanbau. Wo die Erosion bereits tiefe Narben in die Landschaft gerissen hat, werden riesige, mit Steinen gefüllte Gitterkörbe installiert, die den Strom von Wasser und Erde aufhalten und dafür sorgen, dass die gewaltigen Gräben wieder zuwachsen. 125 solcher Gabionen sind auf dem Kundudo-Plateau geplant.
Die Bewohnenden selbst setzten das Projekt um
Das Projekt fügt sich in die Pläne Äthiopiens, eine Wirtschaft mit geringem Kohlendioxid-Ausstoß zu formen. Das Ziel ist hoch gesteckt: Bis 2025 soll Äthiopien ein kohlendioxid-neutrales und klimafreundliches Land mit mittlerem Einkommen werden. Die zu diesem Zwecke ausgearbeitete Strategie „Climate-Resilient Green Economy“ (CRGE) umfasst drei Zielsetzungen: die Verringerung von Emissionen, die Verringerung der Anfälligkeit für die Folgen des Klimawandels sowie die Sicherung des wirtschaftlichen Wachstums.
Der gewaltige Kraftakt am Kundudo-Berg ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil von ihm nicht unbedingt jene profitieren, die ihn leisten, sondern erst deren Kinder oder Enkel. Ein Prinzip, das die Forstwirtschaft seit etwa 200 Jahren mit dem Begriff der „Nachhaltigkeit“ umschreibt.
Nadel- und Laubbäume schießen in die Höhe